Ich heiße Sarah, bin 29 Jahre alt und in der 26. Schwangerschaftswoche.
Vor drei Wochen saß ich auf dem Badezimmerboden und weinte.
Nicht, weil mir schlecht war – obwohl das auch der Fall war.
Nicht, weil ich seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen hatte – obwohl das auch stimmte.
Ich weinte, weil mein Mann mich gefragt hatte: "Schatz, hast du die Wäsche gemacht?"
Und ich schrie ihn an. Ich schrie ihn an wegen der Wäsche.
Dann rannte ich ins Bad, übergab mich, und brach auf dem kalten
Fliesenboden zusammen.
Mein Mann stand in der Tür. Hilflos.
"Was ist los mit mir?" schluchzte ich.
Ich hatte mir dieses Baby so gewünscht. Zwei Jahre hatten wir es versucht.
Und jetzt?
Jetzt hasste ich jeden einzelnen Tag.
Die Vier Symptome, Die Mein Leben Zerstörten
Lass mich dir erzählen, wie mein Tag aussah.
1. Die Übelkeit – Mein Ständiger Begleiter
Es fing morgens an. Noch bevor ich die Augen richtig öffnete, war sie da.
Diese Welle von Übelkeit, die sich durch meinen ganzen Körper zog.
Ich versuchte aufzustehen. Zu langsam – mir wurde schwindelig.
Zu schnell – mir wurde schlecht.
Das Frühstück? Vergiss es. Schon der Geruch von Kaffee ließ mich würgen.
Aber das Schlimmste war: Die Übelkeit kam in Wellen. Den ganzen Tag.
Morgens. Mittags. Abends. Mitten in der Nacht.
Ich hatte jedes Hausmittel ausprobiert:
- Ingwertee (half vielleicht 10%)
- Kleine Mahlzeiten alle zwei Stunden
- Vitamin B6
- Akupressur-Armbänder
- Pfefferminzöl
Manche halfen ein bisschen. Aber nie lange genug.
Die Übelkeit kam immer wieder zurück.
"Das ist normal in der Schwangerschaft," sagte mein Arzt.
Normal.
Als wäre das ein Trost.
2. Die Erschöpfung – Als Wäre Ich 80 Jahre Alt
Ich kam von der Arbeit nach Hause.
Öffnete die Tür.
Und brach auf dem Sofa zusammen.
Jeden. Einzelnen. Tag.
Früher hatte ich nach der Arbeit noch Sport gemacht. Mit
Freundinnen getroffen. Den Haushalt erledigt.
Jetzt?
Ich lag auf dem Sofa und starrte an die Decke.
Mein Körper fühlte sich an wie Blei.
Selbst die einfachsten Dinge – Einkaufen, Duschen, Kochen – wurden zu Berg-Besteigungen.
Marc fand mich jeden Abend dort. Auf dem Sofa.
"Schatz, geht's dir gut?"
"Ich bin nur müde."
Aber es war mehr als müde.
Es war Erschöpfung. Die Art, die nicht weggeht, egal wie viel du dich ausruhst.
3. Die Müdigkeit – Die Nie Endet
Erschöpfung und Müdigkeit klingen ähnlich, oder?
Aber sie sind unterschiedlich. Und ich hatte beide.
Die Erschöpfung war körperlich. Mein Körper hatte einfach keine Kraft mehr.
Die Müdigkeit war anders.
Die Müdigkeit war im Kopf.
Ich konnte mich nicht konzentrieren. Bei der Arbeit starrte ich auf meinen Bildschirm und vergaß, was ich gerade tun wollte.
Ich lag nachts im Bett – todmüde – konnte aber nicht einschlafen.
Weil die Übelkeit kam.
Weil meine Hüften weh taten.
Weil mein Gehirn einfach nicht abschalten wollte.
Und wenn ich endlich einschlief, wachte ich zwei Stunden später
wieder auf.
Morgens fühlte ich mich, als hätte ich gar nicht geschlafen.
"Du siehst aus wie ein Zombie," sagte meine Kollegin.
Sie meinte es lieb. Aber sie hatte recht.
4. Die Stimmungsschwankungen – Ich Erkannte Mich Nicht Wieder
Das Schlimmste war, was mit mir emotional passierte.
Ich war nicht mehr ich selbst.
Ich schrie Marc an wegen Kleinigkeiten.
Dann weinte ich, weil ich ihn angeschrien hatte.
Dann wurde ich wütend, weil er nicht verstand, warum ich weinte.
Ich fühlte mich wie eine schlechte Partnerin. Und eine schlechte
Mutter, bevor das Baby überhaupt da war.
Eines Abends sagte Marc zu mir:
"Ich weiß nicht mehr, wie ich dir helfen kann."
Seine Augen waren traurig.
Und ich?
Ich fühlte mich schuldig. So unfassbar schuldig.
Ich wollte doch glücklich sein. Ich wollte diese Schwangerschaft genießen.
Aber wie soll man etwas genießen, wenn man sich jeden Tag wie Scheiße fühlt?